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Autor Thema: Der Anfang
Gerd
Administrator
Beiträge: 176
Beitrag Der Anfang
on: 14. June 2010, 21:06

Letzte Woche hatten wir wieder mal ein sehr ausführliches Gespräch mit einem Kunden über unsere Homepage.

* Die Ausgangsfrage war, wie so oft…

Kunde: “Habt ihr eigentlich eine Internetseite?”

* Ja, eine Seite haben wir, wie alle, die das lesen offensichtlich mitbekommen haben, also bedarf es an dieser Stelle keiner weiteren Erläuterung. Wie eigentlich immer, wenn diese Frage gestellt wird, war der Kunde natürlich mit der Nennung unserer Internetseite und einer in die Hand gegebenen Visitenkarte nicht zufrieden, denn die Frage, die ihn eigentlich bewegte war nicht, ob wir eine Seite haben, sondern…

Kunde: “Kann ich dann bei euch auch im Internet bestellen?”

* Gut jetzt wird es schwieriger. Selbstverständlich machen wir Versand. Selbstverständlich kannst du uns jederzeit eine email schicken und wir liefern portofrei und auf Rechnung. Aber wir haben kein Warenkorb-System, weil das für uns zu aufwendig ist, und wir uns das als kleiner Laden einfach nicht leisten können.

Kunde: “Aber es gibt doch auch Warenkorb-Systeme, die nichts kosten. Das kann doch nicht so schwierig sein?”

* Das Problem ist nicht in erster Linie ein bestehendes Warenkorb-System zu nutzen, sondern eine sinnvolle Schnittstelle mit unserem Warenwirtschafts-System und unserer Lagerverwaltung zu schaffen. Die unglaubliche Artikelvielfalt ist schon im Haus sehr aufwendig zu verwalten. Es gibt leider keine wirklich befriedigende Lösung für unsere Branche und wir müssen jeden Artikel, der bei uns im Laden steht mit der Hand eipflegen. Wenn, dann muss ein Warenkorbsystem auch direkt auf unsere Daten zugreifen können und da gibt es eben keine günstige Lösung.

Kunde: “Aber es gibt doch eigentlich alle Daten bereits, auch im Internet. Bei meiner CD Sammlung, wird ja auch bereits beim Einlesen ein kompletter Datensatz inclusive Cover angelegt. Und außerdem gibt es doch Studentenprojekte und Open Source.”

* Ja
* Aber leider haben wir diesen Weg bereits zu beschreiten versucht. Ohne Erfolg. Das Projekt ist einfach zu aufwendig für ein Studentenprojekt. Dann hat man nach Monaten des Aufwandes wieder nur eine Baustelle. Und für die Open Source Gemeinde ist das ganze einfach zu speziell. Ich selbst bin in vielen Linuxforen aktiv und kenne mich mit etlichen aktuellen Distributionen recht gut aus und suche auch da immer wieder nach Möglichkeiten.

Kunde: “Das kann doch gar nicht sein. Die aktive Gemeinschaft ist doch riesig und gerade in eurem Bereich sollte es da reges Interesse am Erhalt kleiner autarker Infrastrukturen geben. Sind die Open Source Leute nicht alle gegen die Macht der Konzerne? Versucht doch mal ein Anforderungsprofil auf eurer Seite zu posten!”

* Okay
* Vielleicht ist das ganze ja doch nicht so aussichtslos, wie ich denke. Ich poste jetzt einfach hier, an dieser Stelle mal einen Aufruf.
* Wenn irgendjemand eine Idee hat, wie man kostengünstig (…und ich meine wirklich kostengünstig, nicht irgendwie relativ billig oder gar nicht mal so teuer…) ein Warenkorb-Projekt anstoßen kann mit Schnittstelle zu einem Warenwirtschaftssystem im Bereich Buchhandel (Comics und Spiele, eben unserem vollen Programm), dann möge er sich zu Wort melden. Ich bin gerne bereit in ein potentielles Open Source Projekt unser gesamtes Know How fließen zu lassen. Auch wieder einmal Zeit und Energie, denn ein Erfolg wäre, denke ich, für den Erhalt bestehender Strukturen und kleiner Läden wirklich interessant.
* Interessant im Sinne eines Open Source Projektes ist in erster Linie der Dualismus unseres Genres, dass die Anforderungen von Sammlern an Datenbanken ähnliche Strukturen voraussetzen, wie beispielsweise unser Antiquariat.
* Die Argumentation, dass alle relevanten Daten im Prinzip für eine ähnliche Abfrage wie die CD-Database oder die Amazon-Cover-Fetcher vorhanden wären ist definitiv auch richtig. In allen Bereichen gibt es recht vollständige Datenbanken, die nur alle unterschiedlich aufgebaut sind und deren Strukturen erst in eine entsprechende Maske gepresst werden müssten. Viele der Daten sind bestimmt auch in irgendeiner exportierten Form zu bekommen. Eine zentrale, organisch wachsende Datenbank wäre sicher auch im Sinne aller Sammler, Verlage und Geschäfte in dieser sehr überschaubaren kleinen Branche.
* Aus all diesen Gründen habe ich mich entschlossen, damit den Anfang zu machen, bei uns im Forum einen neuen Unterpunkt für diesen Bereich zu eröffnen. Ich freue mich über jeden Tip und Hinweis. Vielleicht kommen ja doch noch ganz sinnvolle Ideen dabei heraus. Wenn ich Cory Doctorow glauben schenke ist das Potential der Codeschreiber ja weit gestreut und vielleicht gelingt es mir ja hiermit ein bisschen Energie zu bündeln.

Emily
Moderator
Beiträge: 86
Beitrag Re: Der Anfang
on: 18. June 2010, 22:33

Verstehe ich das richtig, dass die Datenbank von Buchkatalog, Libri und Co. nicht reichen würde, weil damit euer Spektrum nicht abgedeckt wäre?

Fleischi
Mitglied
Beiträge: 139
Beitrag Re: Der Anfang
on: 19. June 2010, 09:24

Zitat von Emily am 18. June 2010, 22:33
Verstehe ich das richtig, dass die Datenbank von Buchkatalog, Libri und Co. nicht reichen würde, weil damit euer Spektrum nicht abgedeckt wäre?

Ich denke es geht darum das es ein Warenkorb systhem auf der Homepage geben soll. Das wenn man auf http://www.comicdealer.de geht dort in einer Suchmaske zum Beispiel ein Buch eingeben kann. Dann werden die Datenbanken von Hermkes Roman Boutique durchsucht also die angelegt sind in welchem alle Neuheiten stehen alle Spiele ALLE antiquarischen Bücher Comics usw eben alles was man im Laden kaufen kann.

Bei einem positiven Fund also es ist vorhanden kann man es wie bei anderen Online Händlern in seinen Warenkorb legen. Wenn man alles was man gesucht und gefunden hat nun im Warenkorb hat geht man auf bestellen gibt dort die Kontakt Daten ein und klickt bestellen wählt die Zahlungsart aus und es wird an die Roman Boutique übertragen.

Es geht also nicht um eine neue Datenbank davon gibt es ja schon genug sondern um die Möglichkeit der Online abfrage mit anschließendem Bestellmöglichkeit.

Und dabei eben um eine Kostenlose Open Source Lösung ^^

Liebe grüße Fleischi

Unter dem Strich ist das Leben gar nicht so mies
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Is echt voll genial hier ;D

Gerd
Administrator
Beiträge: 176
Beitrag Re: Der Anfang
on: 19. June 2010, 11:15

Ja und nein.
Einerseits sieht man ja zum Beispiel bei Libri hervorragend, wie schlecht die strukturelle Basis im Buchhandel ist. Die Datenbank von Libri ist ebenso wie bei allen anderen offensichtlich von emsigen Händen manuell eingetippt ohne berücksichtigung eines internen “Wörterbuchs”. Es wäre sonst nicht erklärbar, dass zum Beispiel viele Autoren unter vielen verschiedenen Namen und Namenskürzeln auftauchen. Da fehlt die Struktur, obwohl die einzelnen Felder indiziert sind…
Normierung ist hier das Problem.
Außerdem sind diese Datenbanken nicht ganz so einfach auslesbar und werden als persönliches Eigentum gehütet. Deshalb wäre das Ziel eine normierte offene Datenbank (im Sinne einer Wikipedia oder CDDB).
Die andere Seite ist natürlich das von Fleischi beschriebene Warenkorbsystem.

Emily
Moderator
Beiträge: 86
Beitrag Re: Der Anfang
on: 19. June 2010, 14:44

Zitat von Gerd am 19. June 2010, 11:15

Außerdem sind diese Datenbanken nicht ganz so einfach auslesbar und werden als persönliches Eigentum gehütet. Deshalb wäre das Ziel eine normierte offene Datenbank (im Sinne einer Wikipedia oder CDDB).

Ihr bestellt ja sicher auch über einen oder mehrere Großhändler. Mit denen gibt es Kooperationsprogramme, dass man deren Datenbanken auf der eigenen Homepage mit einbauen kann. Daher meine Frage, ob die ausreichen würden. Euer Bestand an antiquarischen Titel wäre dann natürlich nicht drin.

Zitat von Gerd am 19. June 2010, 11:15Die andere Seite ist natürlich das von Fleischi beschriebene Warenkorbsystem.

Ich frage beim nächsten Blogger-Stammtisch mal jemanden, der sich damit beruflich beschäftigt. Vielleicht kennt der eine Lösung.

Fleischi
Mitglied
Beiträge: 139
Beitrag Re: Der Anfang
on: 19. June 2010, 14:52

des problem was ich im moment habe da man ja zum Beispiel Amazon (der Feind) auch in ne Datenbank drücken kanndas man bis auf wenige Felder auch unterschiedliches bekommt an Infos des schöne ist Deutsche Bücher unterliegen der Preisbindung also sollte da der Preis überall gleich sein

(ausnahme Feinde ähh Anbieter wie Amazon und da eben gebrauchte Bücher)

Desweiteren müssen die Datenbanken gepfelgt werden und Libri und konsorten werden die net einfach rausrücken wie Gerd des eben gesagt hat.

und einfach alles in eine reindrücken is extrem langwierig

Nun stellt sich mir eine Frage Gerd.

Wollt ihr nur euren Bestand haben also was ihr im laden anbietet??

Oder eben auh sachen die ihr normalerweise nicht führt das die bestellt werden können über euch das ihr die dann wenn Libri und Freunde es führen ihr es dann bestellt??

Denn meine Grundlage und mein Ausgangsdenken ist eben das ihr nur EUREN bestand darin führen wollt.

Liebe grüße Fleischi

Unter dem Strich ist das Leben gar nicht so mies
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Is echt voll genial hier ;D

Gerd
Administrator
Beiträge: 176
Beitrag Re: Der Anfang
on: 19. June 2010, 15:05

Also erstma zu den Koopsystemen.

Die kenne ich. Ist aber nicht das, was ich will. Ist mir zu unspezifisch und zu unpersönlich. Wäre eine Notlösung.

Dann zum Warenkorb und der Datenbank.

Die Frage nach dem Inhalt der Datenbank ist eigentlich recht einfach. Da das Antiquariat ja eingebunden werden soll, muss eine sehr umfassende Datenbank entstehen, die eben über das normale Lieferbare Backlistprogramm bei uns im Laden hinausgeht. Beispielsweise müssen eben alle Titel aus der Heyne SF-Reihe drin sein, und nicht nur die aktuellen.

Oliver L.
Mitglied
Beiträge: 30
Beitrag Re: Der Anfang
on: 6. July 2010, 22:41

Die Frage ist doch, was Du in der DB haben willst? Beispielsweise:

Verlag
Reihe
Titel
ISBN
Originaltitel
Seiten
etc. pp.

An und für sich lässt sich die Datenbank relativ leicht in Access erstellen. Wie Du daraus dann einen Shop machen kannst, ist die andere Frage. Zumal dann eben auch noch wichtig wird, welche Daten bei Spielen oder Comics wichtig sind (sprich: muss da eine Extra-DB her oder reicht ein weitere Tabelle bzw. ein weiteres Formular in Access).

Warte mal, ich mache Dir mal ein Access-Beispiel für Bücher.

EDIT:

OK, ist raus. Das zeigt einfach mal die Möglichkeit, wie Du verschiedene Tabellen in Access miteinander verknüpfen kannst. Spiele müssten hier meines Erachtens auf alle Fälle in eine eigene Tabelle (die innerhalb der gleichen DB sein kann) gepackt werden. Aber ich weiß auch nicht, welche Daten man dafür benötigen würde. Wenn die Spiele mit den Büchern verknüpft werden sollen, müssen aber für die Beziehungen Gemeinsamkeiten unter den Tabellen bestehen (z. B. sowohl beim Spiel als auch beim Buch ein Feld, in dem H. P. Lovecraft steht :D ).

Oliver L.
Mitglied
Beiträge: 30
Beitrag Re: Der Anfang
on: 7. July 2010, 08:31

Mal ein paar Screenshots der drei Formulare für alle: :P

Hm, eigentlich sollten die vergrößerbar sein…

Gerd
Administrator
Beiträge: 176
Beitrag Re: Der Anfang
on: 7. July 2010, 13:53

Ich hab auch schon deine mail gelesen…
Bin aber noch nicht zum kucken gekommen.
Wenn du magst, dann schick mir die Bilder, ich kann interne Links vergeben…

Oliver L.
Mitglied
Beiträge: 30
Beitrag Re: Der Anfang
on: 7. July 2010, 16:05

Werde ich später machen, in Ordnung.

Alles in allem ist das alles natürlich noch recht unausgegoren. Da Warenwirtschaftssysteme (und wohl auch Onlineshops) in aller Regel mit DBs arbeiten, kann man sich in Access aber an eine gewünschte Form heranarbeiten. Ob Access bzw. Microsoft letzten Endes die beste Basis ist steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber das kann ich nicht beantworten. Ebenso muss auch ein Programmierer sehen, ob und in welchem Umfang sich so ein Vorschlag in ein Shop- und WW-System umsetzen lässt.

Noch ein paar Gedanken zu dem Vorschlag:

- man muss sich überlegen, ob Comics und Bücher in dieselbe Tabelle sollen; bei deutschen Übersetzungen von Superheldensachen kann das im Autorenfeld jedoch für ein ziemliches durcheinander sorgen (wäre aber auch bei einer eigenen Tabelle nicht anders)
- Seitenzahlen für Bücher wären u. U. nicht verkehrt
- die Sache mit den Kurzgeschichten lässt mich stellenweise etwas zweifeln; für Comic- bzw. Superheldenfans (andere sind da glaube ich normaler) wäre das aber sicher nicht verkehrt, da die gerne schauen, in welchen deutschen VÖs “Amazing Spider-Man” # 1 erschienen ist
- Dateneingabe wird wohl in jedem Fall ein ziemlich umfangreiches unterfangen; besonders, wenn man mehrsprachig fährt
- Feld für Lieferfähigkeit (Ja/Nein-Funktion)
- Markierung Antiquariat (Ja/Nein-Funktion)

EDIT:

Die Sache mit dem bestehenden WWS macht mir ein bisschen Sorgen. Ist das ein Standardprogramm oder habt Ihr das maßschneidern lassen?

Gerd
Administrator
Beiträge: 176
Beitrag Re: Der Anfang
on: 8. July 2010, 11:42

Das WWS ist selbstgestrickt, maßgeschneidert und floating.
Für eine freie Datenbank ist ein proprietäres Datenbanksystem aus Redmond denkbar ungeeignet. Im Prinzip ist das aber egal, da man sich, was du ja schon tust, erst einmal über die struktur der einzelnen Datensätze Gedanken machen muss.
Unsere DB hat allein 40 Felder pro Datensatz und ist eigentlich noch nicht wirklich gut, da zum Beispiel für Autor/Zeichner nur ein Feld vorgesehen ist.
Für die Datenbank würde sich MySQL oder SQLite anbieten.
Ich muss dich jetzt aber gerade mal ein bisschen ausbremsen, da ich im Moment über der Halbjahresbestellung sitze und genau das mache, nämlich neue Datensätze anlegen und mir Bestellmengen überlegen…
In ein zwei Wochen bin ich damit durch und hab wieder mehr Zeit.

sGerdle

Oliver L.
Mitglied
Beiträge: 30
Beitrag Re: Der Anfang
on: 8. July 2010, 15:09

Kein Problem. Lass Dir Zeit.

Access dient momentan nur als Grundlage und zum Veranschaulichen. Auf einem DB-System beruht das ja immer, da bietet sich das an (zumal ich kein anderes habe). Die Einbindung mit WWS und Warenkorb etc. muss ohnehin jemand machen, der sich damit wirklich auskennt. Mir geht es da eher um ein vorzeigbares Muster zur Illustrierung der gewünschten Möglichkeiten. ;)

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